• Natalie

Ein Wintertag am Pont du Gard

Einen ganzen Tag am Fluß in der Sonne sitzen, die angrenzenden Hügel erkunden &

ein fast 2.000 Jahre altes Aquädukt beinah ganz für sich allein genießen?

Im Winter ist das in Südfrankreich durchaus möglich!



Als ich unsere Reiseroute nach Spanien plante, suchte ich nach interessanten Orten, die wir auf unserer Tour besuchen könnten. Ich durchforstete einen Reiseführer nach dem nächsten & bald war klar: Ich musste mich entscheiden!


So vieles liegt auf dem Weg oder könnte auf dem Weg liegen.

Es gibt so viel zu sehen, das es in den wenigen Tagen, die wir für die Reise hatten, unmöglich war alles zu sehen.


Ich blätterte durch die Seiten & da fand ich ihn. Den Pont du Gard.

Mit einem Mal war mir klar: Da müssen wir hin!


Sehr gut hatte ich mich allerdings nicht vorbereitet, denn ich wusste nichts weiter über die Anlage, den Eintritt oder die Parkmöglichkeiten.

Ich dachte eher: Das sieht spannend aus, da fahren wir mal hin & sehen es uns an!


Wenn du Lust hast, mehr über unseren Tag am Pont du Gard zu erfahren &

warum ich immer wieder einen schönen Wintertag empfehlen würde,

bist du hier genau richtig!


Viel Spaß beim Lesen!



Worum gehts?


Der Aquädukt, der bereits vor über 2000 Jahren von den Römern gebaut wurde, überspannt das Tal des Gardon. Dieses beeindruckende Bauwerk war Teil einer römischen Wasserleitung, die das Wasser von der Quelle bis nach Nîmes leitete.

1985 wurde der Aquädukt in die UNESCO-Liste des Welterbes aufgenommen & ist ein beliebtes Ausflugsziel.



Unsere Anreise


Wir fuhren von unserem schönen Übernachtungsplatz durch eine traumhafte Kulisse von Weinfeldern, bald durch Schluchten & erreichten das Besucherzentrum schließlich am Vormittag.


An der Schranke zogen wir ein Ticket & stellten uns schon auf horrende Parkgebühren ein.

Der Parkplatz am Eingang ist groß, geschottert & sehr gut ausgebaut.

Den Dimension dieser Anlage nach zu urteilen, wird diese Sehenswürdigkeit im Sommer mit Sicherheit sehr viel stärker frequentiert, als wir es im Winter erlebt haben.


Zu unserer Freude stellten wir fest, das die ersten 30 min. kostenlos sind.

Das bot uns genug Zeit, um uns zu informieren & wieder erwartete uns eine erfreuliche Überraschung:


Die Parkgebühren für den Besucherparkplatz sind im Eintrittspreis enthalten!


Vom beinahe leeren Parkplatz, liefen wir zum Besucherzentrum, fanden die Halle mit den Kassen & erkannten erneut, das hier für gewöhnlich Touristenmassen abgefertigt werden.

Wir kauften unser Ticket bei einer netten Dame, die stoisch mit uns französich sprach.

Mit etwas Mühe konnten wir ihr folgen, bekamen unser Ticket & eine Übersichtskarte des Geländes.



Damit konnte die Erkundung beginnen.


Wir folgten bei strahlendem Sonnenschein den breiten Wegen, bestaunten im vorbeigehen einen besonders alten & überaus hübschen Olivenbaum, bevor er zum ersten Mal in unserem Blickfeld erschien.


Der Aquädukt & das Tal des Gardon. Was für ein Anblick!


Unter uns erstreckte sich der funkelnde Fluss, der auf der gegenüberliegenden Seite von Felsbänken & Wiesen gesäumt ist. Rechts von uns der Aquädukt.

Wir nähern uns dem beeindruckenden Bauwerk & müssen ihn natürlich als erstes erkunden.

Über die Fußgängerbrücke vor der ersten Ebene kommen wir dem Bauwerk ganz nah & können die Konstruktion von unten bestaunen.


Diese Brücke wurde übrigens erst 1747 erbaut & wurde später sogar als Autobrücke genutzt. Mittlerweile ist diese Brücke natürlich für den Autoverkehr gesperrt & die gesamte Anlage zu einem Park ausgebaut.


Mit dem Aquädukt im Rücken haben wir von der Brücke aus eine traumhafte Aussicht auf den Fluß & die menschenleeren Wiesen.


Diese Wiesen sind es, die uns als nächstes anziehen, um das Bauwerk in ganzer Pracht bewundern zu können & einen Blick auf den Fluß zu werfen.


Spaziert man etwas weiter am Fluß entlang gibt es einen Strand, an dem man selbst im Winter die Füße ins Wasser halten kann. Im Sommer ist dieser Bereich zusätzlich Überwacht um einen unbeschwerten Badespaß zu garantieren.


Ich würde empfehlen, eine Decke mitzunehmen & ein Picknick vorzubereiten.

Die Wiesen eignen sich hervorragend dafür.

Für alle die nicht so auf ein selbstgemachtes Picknick stehen gibt es allerdings auch ein Cafe mit einer Terrasse.


Wir spazieren wieder zurück in Richtung des Aquädukts & möchten nun den Aussichtspunkt oberhalb des Aquädukts begutachten.

Kurz vor der Brücke gibt es einen Weg mit Treppen, der sich seitlich am Aquädukt serpentinenartig den Hügel hinauf schlängeln.



Oben angekommen gibt es die Möglichkeit ein Stück weiter nach rechts den Hügel hinauf zu laufen & das Bauwerk von der anderen Seite zu bestaunen.


Dort findet man den Aussichtspunkt!


Genau an der Stelle, an der man eine wunderbare Aussicht auf das Bauwerk & den Fluss hat. Das muss der Aussichtspunkt sein!

Leider ist dieser nicht als Endpunkt erkennbar & so versuchten wir, einem kleinen Pfad weiter hinauf zu folgen. Wir liefen & liefen. Immer weiter ins Gebüsch hinein.

Und es gibt durchaus Wege hier oben, aber leider fanden wir keinen noch besseren Aussichtspunkt, sondern immer weitere Wege & mehr Gebüsch.

Als der Weg wieder abfiel statt anzusteigen kehrten wir schließlich um...



Der Wasserlauf


Erreicht man den Fuß der Treppe, am oberen Teil des Aquädukts kann man auch ein Stück weiter geradeaus laufen & findet dort das"Wasserrohr".


Der Zugang zum obersten Stockwerk, in dem sich der Wasserlauf befindet, ist im Winter allerdings nicht geöffnet. Im Sommer gibt es die Möglichkeit hindurch zu laufen.

Ich bin ganz froh, das er an diesem Tag nicht für Besucher geöffnet hat, so kann ich in Ruhe einen Blick hinein werfen. Da wir hier oben ohnehin allein sind, habe ich dazu alle Zeit der Welt.


Und so leer, wird man ihn sonst wohl nicht sehen.



Hinter dem Wasserlauf gibt es einen Durchgang durch einen Felsen.

Der Lageplan verrät uns, das es einen weiteren Weg gibt, der am Hügel entlang verläuft & zu weiteren Überresten des Aquädukts führt.

Diesen Weg haben wir dann allerdings nicht mehr getestet.


Statt dessen wollten wir uns den Aussichtspunkt auf der anderen Seite des Flusses, am oberen Punkt des Aquädukts anschauen & liefen zunächst einmal den hübschen Weg, über den wir hinaufgestiegen sind, wieder hinab.


Ein weiteres mal überquerten wir den Fluss auf der Fußgängerbrücke & liefen dann auf der anderen Seite die Treppen hinauf.


Auf halber Höhe erreichten wir auf dieser Seite eine Holzfläche unter den Steinbögen, die im Sonnenschein lag. Ein wunderschöner Ort für eine Rast.

Über ein paar flache Holzstufen erreichten wir das obere Ende des Aquädukts.

Auf dieser Seite ist der Aufgang zum Wasserlauf mit einer steinernen Treppe erhalten.

Lässt man den Blick den Hügel hinauf schweifen, erkennt man noch weitere Überreste der einstigen Wasserleitung.


Diesen Überresten kann man weiter folgen & gelangt so in den Parkbereich.

In diesem Bereich der Anlage können weitere Überreste des Wasserlaufs bestaunt werden. Es gibt allerdings auch restaurierte landwirtschaftliche Parzellen, einen Kohlenmeiler & einen Pflanzengarten mit allerlei Heil- & Färberpflanzen.


Auf dem Rückweg kommen wir wieder im Besucherzentrum an.


Im Besucherzentrum befinden sich, neben der Eingangshalle mit den Kassen, auch ein Bistro mit Eisdiele, ein Souvenirshop & ein Museum.


Das Museum zeigt eine Dauerausstellung mit Hintergründen zum Bau des Aquädukts, wechselnde Sonderausstellungen & einen Film über den Aquädukt.


Unser Plan: "noch kurz das Museum anschauen."

Rückblickend würde ich sagen: das war keine gute Idee!


Die Ausstellung über den Bau des Aquädukts, die Wasserleitungen der Römer & die Bedeutung des Wassers zu dieser Zeit, ist überaus spannend & bietet viele Informationen.


Ich würde unbedingt empfehlen, sich diese Ausstellung nicht erst am Ende eines Tages aus Spaziergängen mal schnell auf dem Rückweg anzuschauen, sondern Zeit & Ruhe für eine Besichtigung mitzubringen.




Mein Fazit:


Das gesamte Gebiet ist hübsch hergerichtet, von zahllosen Wegen durchzogen & bietet neben Cafes auch viele Plätze, die zu einem Picknick einladen.

Im Sommer gibt es einen schönen Strand an dem gebadet werden kann & selbst im Winter kann man zumindest einmal die Füße ins Wasser halten.


Der Park auf der linken Uferseite enthält neben jahrtausendealten Olivenbäumen, auch einen Pflanzengarten mit Heil- & Färberpflanzen, aber auch restaurierte landwirtschaftliche Parzellen & einen alten Kohlenmeiler.


Insgesamt kann man leicht einen gesamten Tag hier verbringen, wenn nicht sogar mehrere.


Das Besucherzentrum enthält außerdem eine Dauerausstellung zum Aquädukt, seiner Bauweise & der römischen Wasserversorgung, sowie wechselnde Sonderausstellungen.


Insbesondere die Dauerausstellung fand ich absolut sehenswert & größtenteils auzgezeichnet gestaltet.

Allerdings ist sie recht groß & wartet mit vielen Informationen auf ihre Besucher.

Ich würde das nächste Mal, etwas mehr Zeit für die Besichtigung einplanen.



Hast du noch Fragen zu unserem Besuch am Pont du Gard?

Dann schreib mir gern eine Nachricht!


Alles Liebe,

Natalie




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