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Im Camper durch die Bretagne

Gleich unser erster Stellplatz in der Bretagne ist der Ort, der stets vor meinem inneren Auge erscheint, wenn ich nun an die Bretagne denke. Es ist bereits Abend als wir diesen Ort erreichen. Die Sonne steht tief am Himmel & taucht die Landschaft in ein herrlich goldenes Licht. Der Wind ist frisch, die Wellen hoch & alle Surfer scheinen sich heute hier versammelt zu haben um die perfekten Konditionen zu nutzen.

Wir biegen auf den Parkplatz ab. Im Grunde nur eine langgestreckte, sandige Fläche an deren rechter Seite eine kleine Parkfläche entsteht. Gerade breit genug für einen schmalen Bulli, daneben gerade noch Platz genug, um an der Schlange parkender Wagen vorbei zu fahren. Die kleinen Bullis reihen sich auf, wie die Perlen einer Kette. Alle einzigartig & doch so ähnlich. Wir finden eine kleine Lücke & stellen uns dazu. Ich öffne die Tür, wackel mit den sonnengebräunten Füßen im salzigen Wind & atme einmal tief ein. Ein wohliges Gefühl breitet sich in mir aus. Wir sind hier. Wir. Sind. Hier.



Wie wir eigentlich hier her kamen?


Im Sommer 2020 hatten wir vier Wochen Zeit für unsere Sommerreise & verbrachten die ersten zwei Wochen in der Normandie. Interessiert dich die Route durch die Normandie? Dann schau dir doch auch noch DIESEN Blogbeitrag an!

Wenn nicht macht es auch nichts, denn natürlich kann man auch gut gleich bis in die Bretagne fahren...


 


Auf in die Bretagne!



 


Tag 11 - Auf in die Bretagne!


Nach einer ruhigen Nacht auf einem kleinen Stellplatz in der Nähe des Mont Saint Michel verbringen wir den Vormittag an einem See im Schatten. Nach 10 Reisetagen ist es einfach mal an der Zeit sich zu sortieren & alle Fotos zu sichern. Es ist so warm, das wir ganz froh sind, den Vormittag im Schatten verbringen zu können. Am liebsten hätte ich ihn ja im Wasser verbracht, aber im See ist das Baden verboten.



Den restlichen Tag verbringen wir an der Küste. Der frische Wind tut uns an diesem warmen Tag so gut. Wir hangeln uns von Bucht zu Bucht, schauen uns unterwegs Cancale an & besuchen die Landspitze Pointe du Grouin.

Vermutlich wäre heute die Gelegenheit einmal Austern zu probieren. Immerhin ist das kleine Fischerdorf genau dafür bekannt & die Austern aus Cancale werden in ganz Nordfrankreich geschätzt. Trotz seines Charmes & der Versuchung lassen wir Cancale recht schnell hinter uns, um die Landspitze zu erkunden. Als wir am Parkplatz ankommen ist es bereits recht voll, aber wir haben Glück & finden einen Parkplatz. Die Landzunge mit seinen schroffen Klippen ist bei dem schönen Wetter richtig idyllisch & so genießen wir die Aussicht auf das Meer, das Geschrei der Möwen in den Ohren & der warmen Sonne auf der Haut.


Am frühen Abend beginnen wir langsam mit der Stellplatzsuche bis wir einen Surferstrand entdecken, bei dem wir auch übernachten dürfen. Die Aussicht ist der Wahnsinn!

Die tiefstehende Sonne taucht die gesamte Landschaft in einen goldenen Schimmer, der Wind pfeifft uns um die Ohren & die Wellen rauschen gleichmäßig heran. Es ist einfach traumhaft!


 


Ein Tag rund um Saint Malo



 


Tag 12 - Ein Tag rund um Saint Malo


Am Morgen verabschieden wir uns recht früh von unserem Stellplatz, der einer unserer liebsten Stellplätze der gesamten Reise werden wird. Wir fahren natürlich nicht los, ohne vorher noch einmal am Strand spazieren zu gehen & ins Meer zu hüpfen.

Was für ein grandioser Start in den Tag!



Auf dem Weg nach Saint Malo möchte ich noch einen kleinen Abstecher zu einem Skulpturengarten, nördlich von Rothéneuf machen.

Ich hatte von dem Felsen gelesen, in den zwischen 1894 bis 1907 von dem Geistlichen Adolphe Juien Fouéré, Figuren in den Fels hinein gearbeitet worden waren. Nun tummeln sich Figuren im Stein & das auf einer ziemlich großen Fläche. Das wollten wir natürlich sehen.


Das dieser Ort gar nicht so leicht zu finden sein sollte, war mir vorher nicht klar, auch das es sich um ein Privatgelände handelt, bei dem Eintritt gezahlt werden muss & das Öffnungszeiten hat, wusste ich vorher nicht. Da der Eintritt in etwa der Höhe einer Spende entspricht, ließen wir uns davon nicht abhalten. Viele Informationen über den Erbauer dieser Skulpturenklippen gibt es leider nicht, aber wir fanden es trotzdem spannend, die verschiedenen Formationen zu entdecken. Im oberen Bereich, war das Begehen der Anlage recht einfach, da Wege & Stufen angelegt waren. Weiter unten, wo es steiler & an diesem Tag auch glatt wurde, war der Weg nicht mehr ganz so einfach begehbar. Feste Schuhe sind dann definitiv von Vorteil...



Im Anschluß sollte es weiter nach Saint Malo gehen.


Da Saint Malo eine recht große Stadt ist, die im Sommer Massen von Besuchern anzieht, gestaltet sich die Parkplatzsuche schwieriger als erwartet & schließlich parken wir in der Nähe eines Industriegebietes & laufen von hier aus zurück in richtung Altstadt.


Während wir durch die Festungsstadt Intra Muros wandeln, kann ich es kaum fassen, das all das, all die Kopfsteinpflasterwege & die wunderschönen Gebäude im Stil des 17. & 18. Jahrhunderts, nach dem Kampf um die Befreiung 1944 größtenteils zerstört gewesen sein soll. Die Altstadt wurde so sorgfältig restauriert, das sie nun beinah wie aus der Zeit gefallen wirkt.


Heute ist es so heiß, das wir es nicht besonders lange in der Stadt aushalten & uns nach dem Bummel durch die Altstadt aufmachen einen schönen Ort zum Baden zu finden. Nichts wollen wir lieber als einmal ins Meer springen. Am liebsten an einem Ort, an dem hinterher eine Dusche zum Haare waschen auf uns wartet.



Am frühen Abend finden wir schließlich einen kleinen, regionalen Campingplatz.

Vom Campingplatz auf dem Hügel gibt es einen kleinen Trampelpfad an der Küste entlang zu einigen Aussichtspunkten. Wir könnten sogar bis hinunter in die Bucht laufen, wo wir einen kleinen Sandstrand mit Zugang zum Meer finden.

Wir haben jetzt am Abend keine Lust mehr paddeln zu gehen. Oder sagen wir besser: Wir haben jetzt keine Lust unser SUP den ganzen Weg hinunter zu tragen, es aufzupusten, paddeln zu gehen & danach wieder hochschleppen zu müssen. Wir verschieben es gedanklich auf den nächsten Tag & genießen einen ruhigen Abend am Aussichtspunkt.


Im Nachhinein sollen wir unsere Faulheit ein wenig bereuen, denn der nächste Tag bringt uns leider kein schönes Wetter zum paddeln & diese Bucht zum Beispiel am Strand "Plage de la Fresnaye" wäre perfekt für einen SUP Ausflug gewesen!


 


An der Küste entlang



 


Tag 13 - An der Küste entlang


Am nächsten Morgen erwachen wir im Nieselregen & beschließen einfach weiter zu fahren.

So schön der Platz auch ist & so gern wir in der Bucht eine kleine SUP Tour gemacht hätten - Im Regen wollen wir dann doch nicht hier bleiben. Wir setzten also unsere Erkundungstour an der Küste fort & hoffen dem Nieselwetter zu entkommen.


Als erstes wollen wir uns natürlich die Burg anschauen gehen, die wir im Sonnenuntergang auf der anderen Seite der Bucht gesehen haben. Nach einer kleinen Recherche stellt sich heraus, das es das Fort la Latte war, das wir im Gegenlicht den ganzen Abend bewundern konnten.

Wir machen einen kleinen Spaziergang durch die Anlage, entscheiden uns dann aber angesichts der Menschenmenge, die am Zugang zur Burg dicht an dicht in eine Reihe gedrägt im Nieselregen steht, uns heute nicht die Burg von innen anzuschauen & lieber weiter die Küste zu erkunden.



Auf dem Weg zu unserem nächsten Aussichtspunkt an der Küste, dem Cap Fréhel, werden wir von Autokolonnen empfangen & stellen fest, das der Aussichtspunkt aus einem großen Parkplatz zu bestehen scheint.

Nicht nur das der Parkplatz ziemlich teuer ist, nein, die Automaten weigern sich auch standhaft unser Geld anzunehmen & so geben wir schließlich klein bei. Ohne den Aussichtspunkt, den Leuchtturm oder die Landzunge gesehen zu haben, fahren wir wieder zurück, aber alle anderen Parkplätze die mehr oder minder in der Nähe sind, sind derartig voll, das wir nicht mehr dazu passen. Wir geben unser Vorhaben das Cap anzuschauen auf & begnügen uns mit dem Anblick aus der Ferne. Das Wetter ist hier gerade ohnehin mäßig, also geht unsere Erkundung der Küste weiter.



Dem Tipp in unserem Wanderführer folgend fahren wir zum Cap d´Erquy.

Mittlerweile haben wir es erfolgreich geschafft dem Nieselregen zu entkommen. Wir finden sogar einen recht leeren Parkplatz vor & starten fröhlich unsere kleine Wanderung durch die Heidelandschaft.


Die Wege scheinen neu angelegt worden zu sein. Wir folgen dem markiertem Pfad in Richtung Cap & freuen uns über die bunt leuchtende Heide. Zwischen pinken, violetten & gelben Tupfern, leuchtet die gesamte Landschaft in unzähligen Grüntönen. Was für ein Anblick!



An den Klippen angekommen sehen wir unzählige Trampelpfade, die sich durch die niedrig bewachsene Felslandschaft ziehen. Hier & da sehen wir Schilder die um Rücksicht, der Natur zu Liebe, bitten. Viele Abschnitte sind dezent abgesperrt, um der Heide die Möglichkeit zu geben, sich zu erholen. Und das scheint sie bitter nötig zu haben. Während einige Abschnitte noch sehr vom Ansturm der Ausflügler gezeichnet scheinen, sehen wir an anderen Stellen deutlich den Erfolg dieser Maßnahme.


Wir folgen dem 6 km langen Rundweg bis vor an die beinah alpin anmutende Felsspitze.

Hier ist der Blick hinaus aufs Meer ganz besonders beeindrucken.

Über Treppen steigen wir anschließend in ein kleines Tal ab, das von Farn überwuchert wurde, bevor wir der Küstenlinie noch einmal etwas ansteigend folgen.



Die Sonne steht noch hoch am Himmel & trotzdem ist es bereits spät. Auf dem Hinweg hatten wir ein kleines Café am Wegesrand entdeckt & hätten dort auf dem Rückweg zu gern etwas gegessen. Allerdings müssen wir feststellen, das es bereits zu spät ist, um noch etwas zu essen zu bekommen.


Statt essen zu gehen ist heute doch wieder kochen angesagt & so machen wir uns auf die Suche nach einem Stellplatz. Oder zumindest einen schönen Picknickplatz. Mal sehen was zuerst kommt...


 


Ein Ausflug zur Abbey de Beauport



 


Tag 14 - Ein Ausflug zur Abbey de Beauport


Die Nacht verbringen wir auf einem wenig gemütlichen Wohnmobilparkplatz.

Zum frühstücken wollen wir hier nicht bleiben & so suchen wir uns erst einmal einen schönen Rastplatz. Kleine Parkplätze mit einer Sitzbank & einer schönen Aussicht sind hier in Nordfrankreich recht häufig zu finden. Es sind oft keine Orte an denen man Freistehen könnte, aber für ein Picknick sind sie genau die Richtigen.


Danach möchten wir einen Abstecher ans Meer machen. Das Wetter ist zwar durchwachsen, aber das kann unsere Entdeckungsfreude natürlich nicht mindern. Außerdem bieten die dramatischen Wolkenformationen wunderbare Fotomotive!



Am Nachmittag erreichen wir unser Highlight des Tages: Die Abbey de Beauport.


Von der Kirche, die bereits 1202 erbaut wurde & ihre erste Blütezeit im 13. & 14. Jahrhundert erlebte, steht heute nur noch die Fassade, das Hauptschiff ohne Dach, das nördliche Seitenschiff & das linke Querschiff. Sein Abstieg 1750 führte schließlich zur Schließung 1790. Der einsetzenden Plünderung konnte erst 1862, durch die klassifizierung der Abtei als Historisches Monument, einhalt geboten werden. Die vorsichtigen Restaurierungsarbeiten machen die Abtei zu einem wichtigen touristischem Ausflugsziel.


Wir erreichen die Abtei eine Stunde vor Schließung, entscheiden uns aber trotzdem den Eintrittspreis zu zahlen & einen Blick in die Abtei zu werfen. Sich eine Ausstellung unter Zeitdruck anzuschauen ist natürlich nicht unbdeingt besonders clever, aber dafür haben wir die kleinen Räume an diesem Abend ganz für uns allein.


Durch einen niedrigen Durchgang betreten wir den bewachsenen Innenhof. Es ist kühl im Schatten der dicken Mauern. Irgendwo hören wir einige Vögel leise zwitschern & das rascheln der Blätter im Wind. Im nächsten Augenblick trete ich durch einen niedrigen, von Efeu überwucherten Durchgang & die Halle erhebt sich in den Himmel. Wortwörtlich in den Himmel, denn mein Blick folgt den Pfeilern hinauf & wo einst das Dach gewesen sein muss, sehe ich heute weiße Schäfchenwolken vor blauem Himmel. Es ist schon ein irres Gefühl durch die verlassene Ruine zu schlendern.


Um die Abtei zu erkunden & die Ausstellungen in den kleinen Räumen gebührend zu würdigen reicht eine Stunde eigentlich nicht aus. Zusammen mit dem Gelände um die Abtei wäre es sicher ein wunderbares Ausflugsziel für einen Tagesausflug.



 


Ans Ende der Landzunge



 


Tag 15 - Ans Ende der Landzunge


Auf die Landzunge Plougrescant, den nördlichsten Teil der Bretagne, sind wir durch unseren Wanderführer gestoßen. Hier oben im Norden, an der Côte de Granit Rose, wo Weide- & Heideland von Granitformationen durchbrochen werden, führt der GR34 an der rosafarbenen Granitküste entlang.


Genau genommen folgt der Fernwanderweg GR34 der gesamten bretonischen Küstenlinie entlang, aber hier oben wollen wir ihm heute einen Tag lang folgen. Geplant haben wir eine 10km lange Rundtour, die uns durch die einzigartige Felslandschaft führen soll, für die die Bretagne so bekannt geworden ist.


Der Weg führt uns vorbei an dem kleinen Steinhaus zwischen den Felsen, ein unheimlich bekanntes & beliebtes Fotomotiv. Castel Meur, das bereits vor über 150 Jahren erbaut worden sein soll, befindet sich in Privatbesitz & schmiegt sich so hübsch zwischen die Felsen, das ich mir gar nicht vorstellen kann, das es einst nicht dort gewesen sein könnte. Es wirkt als wäre es seit je her ein Teil dieser Landschaft. Und zusammen mit dem Ensemble der Felsen wirkt es wie ein ganzes Schloss. Eine kleine Trollfestung.


Folgt man dem Weg vom Haus aus weiter nach links, gelangt man zu le Gouffre, der Schlucht im Felsen, in die das Meer sich schäument hinein wirft.

Dem Weg vom Haus aus nach rechts folgend, gelangt man zum nördlichsten Punkt der Halbinsel & zum Pointe de Château. Von hier haben wir eine wunderbare Aussicht auf den Küstenstreifen & die Felsformationen, die sich aus dem Meer erheben.


Das Wetter ist heute nicht besonders beständig & so entscheiden wir uns zuerst die Schlucht zu bewundern, kommen dann noch einmal am Häuschen vorbei & machen uns auf den Weg zum Pointe de Château. Es ist nieselig, aber nach einem kurzen Schauer wiegt uns das Wetter in Sicherheit. Von hier aus sehen wir einen schönen Strandabschnitt. Sollten wir einfach noch ein Stück weiter gehen oder doch lieber wieder umkehren?

Wir entscheiden uns dem Strand noch ein Stück weiter zu folgen, bis wir schließlich Pors Hir erreichen. Während wir die Aussicht am kleinen Hafen genießen, bemerken wir die dunkeln Wolken, die sich schnell zu nähern scheinen. Das ist der Moment an dem wir beschließen: Nichts wie zurück. Auf zum Camper!

Aber es ist bereits zu spät. Obwohl wir unsere geplante Tour drastisch abkürzen & den direkten Weg zurück zum Parkplatz nehmen, kommen wir doch nicht rechtzeitig vor dem Regen an. Der Wind frischt auf & aus dem Nichts stehen wir plötzlich im Regen. Die Tropfen prasseln auf unsere Rucksäcke & bis wir das Auto erreichen sind wir bereits triefend Nass.


Praktisch, das wir uns im Camper, unserem rollenden Zuhause, gleich abtrocknen & umziehen können. Wir nutzen den strömenden Regen für eine kleine Pause, bevor wir unsere Tour an der Küste entlang vortsetzen. Das schöne am Regen sind die vielen schönen Spiegelungen, die uns unterwegs begegnen werden...



 


An der Côte de Granit Rose



 


Tag 16 - An der Côte de Granit Rose


Am Morgen kitzeln uns Sonnenstrahlen die durch unseren Vorhang fallen. Das Wetter scheint heute bedeutend besser werden zu wollen & wir hoffen, das wir heute endlich Gelegenheit bekommen, diesen hübschen Küstenabschnitt mit seinen rosafarbenen Felsen einmal in seiner ganzen Pracht zu bewundern.


Unser erster Ausflug führt uns zur île Renote.

Das gute Wetter scheint alle an den Strand zu locken. Einen Parkplatz zu finden gestaltet sich recht schwierig, aber schließlich finden wir ein Plätzchen zwischen den Wohnmobilen.


Ein kleiner Pfad führt am Strand entlang zu bizarren Feslformationen & durch ein kleines Labyrinth aus Steinen bis zur Spitze der kleinen Insel. Besonders die glatten Felsformationen haben es uns angetan & so erkunden wir jeden kleinen Winkel.



Auf dem Hinweg hatte ich ein braunes Hinweisschild gesehen, das es irgendwo am Wegesrand eine historische Stätte geben solle. Als wir nun auf dem Rückweg wieder daran vorbei kommen, muss ich einfach anhalten & schauen was sich hier versteckt hält.


Wir laufen an der Straße zurück bis zum Schild. Das Schild weist uns den Weg, einen kleinen Trampelpfad entlang. Wo es da wohl hingeht? Wir folgen dem Weg für ein paar hundert Meter. Gerade als ich denke wir müssen hier einfach falsch sein, öffnet sich der Weg & vor uns liegt eine große Wiese. Auf der Wiese sehen wir es. Diese steinzeitlichen Grabstätten.



An der Küste entlang geht es weiter. Ich habe auf den Karten einen Aussichtspunkt gesehen, den ich unbedingt anschauen möchte. Wie wir dort genau hinkommen ist uns noch nicht ganz klar, aber das wird sich doch sicher finden, oder?

Auf der Karte hatte ich gesehen das es am Ende der Straße einen Parkplatz geben soll, also kann ja eigentlich nichts schief gehen. Als wir von der Straße auf eine kleine Schotterpiste abbiegen, die auf beiden Seiten von Bäumen & Sträuchern umgeben ist, fühle ich mich gleichzeitig wie in den grünen Tunneln von Großbritannien & zurück auf den islandischen Straßen mit ihren Ansammlungen von Löchern im Schotter. Vorsichtig rumpeln wir voran.

Es geht weiter, immer weiter. Schließlich fahen wir eine lange rechtskurve & tadaaa! Wir sind da! Der Parkplatz ist leer. Um uns herum viel grünes Gestrüpp. Ein kleiner Fußweg führt hinein in das Meer aus Farn. Das muss der Weg zum Aussichtspunkt sein.

Der Weg nach Beg an Fry.


Wir lassen unseren Camper FeBo auf dem Parkplatz zurück & marschieren los.

Immer dem Weg folgend, leicht bergauf. Es scheint beinah, als würden wir geradewegs in den Himmel laufen. Als könnten wir fast da sein.

Wir erreichen den ersten Aussichtspunkt & haben eine wunderbare Aussicht hinunter in die Bucht. Unten im Wasser werden kleine bunte Boote in den Wellen hin & hergeschaukelt. Die Luft ist erfüllt von Salz & den vielstimmigen Rufen der Seevögel.

Der Weg führt weiter. Noch ein Stück weiter den Hügel hinauf? Oder doch um ihn herum?

Plötzlich stehen wir vor einer abschüssigen Treppe. Sollte es nicht weiter bergauf gehen?

Bergauf gibt es aber keinen Weg, also folgen wir den Treppen ein Stück hinab. Je weiter wir gehen, desto großartiger wird die Aussicht. Bunte Farbkleckse leuchten dicht neben uns am Wegesrand in der Sonne. Die Klippen fallen leicht zum Meer hin ab. Alles ist grün in grün.

Die rötlichen Felsen bilden einen schönen Kontast. Ein roter Streifen zwischen dem waldigen Hang & der wogenden See.



 


An der Côte des Légendes



 


Tag 17 - An der Côte des Légendes


Unser Stellplatz der letzten Nacht war eigentlich nicht besonders spektakulär.

Ein Wohnmobilstellplatz am Rand des Dorfes, dafür aber direkt am Strand. Genauer gesagt am Plage du Clouët.

Bis wir an diesem Morgen fertig sind mit Bett machen & frühstücken, sind alle anderen Wohnmobile schon wieder weg & wir können den Platz kurz ganz für uns allein genießen. In der Zwischenzeit beobachte ich wie die Flut kommt. Das kleine Schwimmbecken, das bei Ebbe etwas von dem Meerwasser behält, wird langsam umspült, bis es irgendwann wieder ganz im Meer verschwindet. Wäre es nicht markiert & hätten wir es nicht selbst gesehen, hätten wir nicht gemerkt das es überhaut da ist.



Heute möchten wir uns noch ein paar weitere Abschnitte des GR 34 anschauen. Im Grunde waren wir jeden Tag ein kleines Stück auf diesem Fernwanderweg unterwegs seit wir in der Bretagne sind. In den ersten Tagen ist es uns nur nicht so aufgefallen. Die Küste zu erkunden macht richtig viel Spaß & die Landschaft ist so vielfältig wie hügelig.


Als erstes fahren wir zum Pointe de Penn al Lann. Vom Parkplatz aus ist es nur ein kurzer Zuweg, bis wir schließlich den Küstenweg erreichen. Oberhalb des Tahiti Beach folgen wir dem Wanderweg der Küste weiter & haben eine traumhafte Aussicht auf den schönen hellen Strand, das blaue Meer & die hübschen Inseln direkt vor der Küste.



Unser nächster Auslug geht nach Roscoff.

Da der Garten gerade Mittagspause macht, schauen wir uns als erstes die weiße Kapelle oberhalb der Stadt an. Sainte-Barbe trotzt schon seit dem 17. Jahrhundert hier oben Wind & Wetter. Die Aussicht von hier oben ist wunderschön!


Die kleine Stadt mit den hübschen Granithäusern & der wunderschönen Kirche locken uns ins Zentrum. Wir flanieren langsam durch die kopfsteingepflasterten Gassen & sehen uns um. Es ist so schön hier. Unterwegs sehen wir eine hübsche blaue Fassade mit vielen Fenstern, darüber ein riesiges Schild "Creperie".


Ich wollte schon seit Tagen einmal essen gehen, aber meistens waren wir zu spät dran & bekamen nichts mehr. Heute ist also die Gelegenheit. Endlich einmal essen gehen!


Die Creperie Tal an Ilz hat uns unheimlich begeistert!

Wir aßen beide jeweils ein Mittagsmenü für 11€ mit einem herzhaften Galette, danach einem süßen Crêpe & dazu gab es wahlweise Cidre oder Apfelsaft. Und was das für Apfelsaft war!

Serviert wurde er in blauen Keramikschalen & er war sensationell! Eine klare Empfehlung.


Wir laufen zurück zum Auto. Über Kopfsteinpflaster, durch kleine Gassen, vorbei an süßen Steinhäusern. Auf der ganzen Reise sind mir bereits die vielen Parallelen zu England aufgefallen, aber diese Stadt ist eindeutig britischer als alles, was wir bisher in der Bretagne gesehen haben. Hier habe ich das erste Mal die Idee zu einem Spiel. Britisch oder Bretonisch?



Frisch gestärkt führt uns unser Weg auf einen kleinen Abstecher nach Meneham.


Eigentlich sind wir gerade auf dem Weg zu einem möglichen Schlafplatz, als ich ein Schild entdecke, das zu einer Sehenswürdigkeit führt. Ich liebe solche Schilder. Immer wenn ich so etwas am Wegesrand entdecke muss ich dem Schild einfach spontan folgen. So passieren einem die verrücktesten Dinge!


In diesem Fall landen wir bei Meneham, einem alten Algenfischerdorf. Die Häuser sind restauriert & beherbergen heute ein Cafe & verschiedene Läden von Kunsthandwerkern. Es gibt spannende Dinge zu bestaunen, allerdings können wir nur noch einen ganz kurzen Blick hinein erhaschen bevor das Dörfchen schließt.

Die Reedgedeckten Steinhäuser, die sich unglaublich schön in die bewachsene Dünenlandschaft einfügen, sind aber für sich schon interessant, also erkunden wir am frühen Abend noch ein wenig das Dörfchen.



Unser weiterer Weg auf der Suche nach einem Stellplatz bringt uns zu einem hoffnungslos überfüllten Parkplatz, direkt an den Klippen oberhalb des Meeres. Es ist wunderschön, aber so voll, das wir lieber weiter fahren. Auf der Karte sehe ich, das es noch weitere Parkplätze entlang der Klippe gibt, also auf zum Nächsten!


Auf den nächsten beiden Parkplätzen wird es immer voller & als ich gerade denke, ob es wohl am Besten wäre zum ersten zurück zu fahren, denke ich: Nein, den einen, den schauen wir uns jetzt auch noch an.

Wir erreichen den Parkplatz & niemand ist dort. Eine ganze Wiese ist völlig leer.

Wir parken ganz vorne bei der Bank & der Aussicht. Irritiert davon, das niemand sonst hier ist, laufen wir noch einmal zurück & schauen ob wir vielleicht ein Schild übersehen haben, das das Parken über Nacht verbietet. Wir können nichts finden & laufen entspannt zurück.

Eine eigene Klippe mit einem Zugang zu einem kleinen Strand nur für uns. Es könnte wohl nicht besser sein...



 


An der Küste entlang



 


Tag 18 - An der Küste entlang


Am frühen Morgen starten wir mit unserer Wanderung an der Küste entlang. Die Rundwanderung am Pointe de Corsen ist etwa 10 km lang & führt etwa die Hälfte der Strecke auf mehr oder weniger schmalen Pfaden an den Klippen entlang. Wir folgen dem Pfad in Richtung Norden, bevor wir uns an einer schönen Badestelle dem Landesinneren in Richtung Trézien zuwenden. Der Weg durch das Landesinnere besteht teils aus Rad-, teils aus Fahrwegen & führt zum Teil durch einen schattigen Wald. An der Bucht von Porsmoguer erreichen wir schließlich wieder den Küstenwanderweg, der uns aussichtsreich bis zum Pointe de Corsen bringt.


Vom Wanderführer wird der Parkplatz an der Bucht bei Porsmoguer vorgeschlagen & zunächst der Weg ins Landesinnere genommen, bevor sie dann den Küstenpfad von norden kommend zurück laufen.


Mein Tipp: Solltet ihr die Strecke an einem heißen Tag laufen wollen, wäre es sinnvoll früh am Morgen zunächst den gesamten Küstenabschnitt zu laufen, um dann später, wenn die Sonne höher steht, durch den Wald zurück laufen zu können!


Der Küstenabschnitt am Pointe de Corsen, dem westlichsten Punkt der Bretagne, besticht durch seine atemberaubenden Klippen & den tollen Badebuchten, tief unterhalb des Küstenwanderwegs.


Gegen mittag wird es ziemlich heiß & wir sind recht platt als wir endlich von unserer Wanderung zurück kommen. Dies soll der Tag werden, an dem wir 12 km gewandert & dann ganze 22 km mit dem Camper gefahren sind! Nach dieser Tour wollen wir nur noch eins. Nein besser zwei Dinge. Im Meer baden & danach schön Duschen gehen.

 


Zwei Tage rund um Brest



 


Tag 19 & 20 - Zwei Tage rund um Brest


Rund um Brest gibt es so einiges zu sehen & damit wir nicht in der Mittagshitze unterwegs sein müssen, stehen wir früh auf um gleich am Morgen den Leuchtturm am Fort du Minou anzuschauen.

Als wir den Parkplatz erreichen, ist schon ordentlich was los. Offenbar sind wir nicht die Einzigen mit diesem Plan. Dennoch ist es schön durch das alte Fort zu laufen & die beeindruckende Aussicht auf den Leuchtturm zu genießen.



Brest ist eine Stadt, die auf den ersten Blick nicht besonders verlockend ist. Betonbauten reihen sich aneinander & das Militär ist allgegenwärtig. Dennoch finden wir auch schöne Seiten. Ganz besonders der Weg hinab in die Stadt, vorbei an unzähligen, wunderschönen Wandgemälden lassen mein Herz höher schlagen. Ich schätze wir haben hier die Streetart-Route gefunden!



Zum Mittagessen finden wir einen schattigen Platz unter der Autobahnbrücke, mit Blick auf die Bucht von Brest. Weil es morgen ganz besonders heiß werden soll, machen wir uns auf, eine Bucht zu finden, in der wir morgen einen Tag am Strand & hoffentlich auch auf unserem SUP verbringen können.

Wir verbringen den Tag damit, eine geeigneten Stelle zum paddeln zu finden. Eine Bucht ohne starke Strömung, an der es gleichzeitig auch einen Campingplatz zum abduschen gibt. Wir erkunden süße Dörfchen & wunderschöne Küstenabschnitte, bevor wir am Abend schließlich in Telgruc-sur-Mer landen. Der Sonnenuntergang ist wunderschön & wir können sogar einige andere beim paddeln beobachten.



Nach einer erfreulich ruhigen Nacht an der Strandpromenade stehen wir mit unserem Camper bereits auf dem perfekten Parkplatz um einen Strandtag einzulegen. Wir pumpen unser SUP auf, suchen unsere sieben Sachen zusammen & laufen hinunter zum Strand.

Der Tag wird genauso heiß wie angekündigt, der Himmel ist blau & das Wasser überaus erfrischend. Unsere paddelversuche laufen prima & sind wir erst einmal hinter den Wellen angekommen, sogar richtig schön ruhig.



Am Abend mieten wir uns tatsächlich auf dem kleinen Campingplatz direkt am Strand ein & genießen eine heiße Dusche, die den heißen Tag für einen Moment richtig kühl erscheinen lässt.

 


In einem Tag durch die

Presqu´île de Crozon




 


Tag 21 - In einem Tag durch die Presqu´île de Crozon


Ich erwache am morgen von kalter, feuchter Luft, die durch unseren offenen Camper strömt. Über Nacht hat es wieder stark abgekühlt & als ich rausschaue, sehe ich tiefe Wolken, die vom Meer zu uns an Land ziehen.

Im feinen Nieselregen gehe hinunter zum Meer & wo sich in den letzten Tagen der schöne Sandstrand vor uns ausbreitete, der wie in eine felsige Bucht eingebettet da lag, kann ich gerade weder das Meer, noch die schönen Felsen sehen.

In den wenigen Momenten die ich brauche um an der Promenade ein Stück entlang zu laufen um dann dem kurzen Weg hinunter ans Meer zu folgen, sieht die Szene bereits wieder deutlich anders aus. Die Wolken haben sich verzogen & nun breitet sich der endlose Sandstrand vor mir aus.



Das Wetter ist zwar nicht berauschend, aber immerhin ist es wieder kühl genug um einen Ausflug zu machen. Ob die Erkundung von Aussichtspunkten an einem regnerischen Tag viel Sinn macht sei mal dahingestellt, aber ich war richtig froh mich wieder bewegen zu können & heute die Presqu´île de Crozon erkunden zu können.


Am Pointe de Dinan gefällt es uns besonders gut. Das Cap ist selbst bei regnerischem Wetter wunderschön. Die Heide blüht, die Klippen sind schroff & das Meer tobt tief unter uns. Hier gibt es viele Wanderwege über die man das Cap erkunden kann. Besonders schön ist auch die kleine Insel Chateu de Dinan, das durch einen Felsbogen mit dem Cap verbunden ist. Als sich die Wolken lichten, können wir sogar einen kurzen Blick auf den Point Pen Hir mit seinen Inselchen erhaschen.


Genau dieser Ort soll unser nächster Stopp werden, aber als wir ankommen ist die Sicht bereits wieder so schlecht, das wir kaum noch die vorgelagerten Inseln erkennen können. Die Aussicht auf das türkisblaue, tosende Meer ist aber trotzdem absolut lohnend.

Ein weiterer Abstecher führt uns zum nördlichsten Punkt der Insel & wäre das Wetter besser gewesen, hätte man von hier einen hübschen Blick auf Brest & die Bucht haben können.



Wir folgen der Straße zurück & finden unterwegs ein Schild mit der Aufschrift "Panorama". Die Wolken verziehen sich gerade & so können wir zum Abschluss dieses verregneten Tages beim Abendessen einen schönen Sonnenuntergang über dem Meer anschauen.



 


Auf zum Pointe du Van



 


Tag 22 - Auf zum Pointe du Van


Nach einem ruhigen Morgen mit wunderschöner Aussicht machen wir uns auf den Weg heute die beiden bekanntesten Caps der Bretagne zu besuchen. Das Pointe du Raz & Point du Van.

Wir fahren durch das süße Städtchen Douarnenez & beschliessen kurzerhand einen kleinen Ausflug an den Strand zu unternehmen. Besonders die kleinen Strandhäuschen haben es mir total angetan.



Am Phare du Millier unternehmen wir eine kleine Wanderung auf dem Küstenpfad. Vom Parkplatz geht es über einen gut ausgebauten Küstenweg zum Leuchtturm mit einer hübschen Picknickwiese. Ein Pfad führt am Leuchtturm steil bergab & schlängelt sich über teilweise recht unwegsames Gelände zu einer alten Wassermühle im Wald. Erst als wir fast angekommen sind finden wir die Markierung, das der Weg, den wir gerade genommen haben, aus der anderen Richtung gesperrt ist.



Am Point du Raz angekommen, stellen wir fest, das dieses Cap wohl das am touristisch erschlossensten ist. Es ist so voll das wir kurzerhand kehrt machen & erst einmal zum Point du Van fahren. Dort ist es gleich viel ruhiger & wir genießen unseren Spaziergang durch das Gebiet.



Nach dem Abendessen im Camper gehen wir noch einmal zum Aussichtspunkt & genießen den Sonnenuntergang mit der Aussicht auf Pointe du Raz.



 


An der Atlantikküste

in Richtung Süden



 


Tag 23 - An der Atlantikküste in Richtung Süden


Wir verbringen einen gemütlichen Morgen am Pont du Van, schlafen aus, frühstücken & spazieren noch einmal an den schönen Klippen entlang.



Nach einer weiteren schönen Aussicht auf Pont du Raz entscheiden wir uns schließlich doch dafür die 6,50€ Parkgebühren in kauf zu nehmen & doch noch das Kap zu besuchen. Immerhin sind wir ja schon mal hier.