Auf zum kleinen Sonnstein

Aktualisiert: 2. Apr.

Ich bin das erste Mal im Sommer in Österreich & werde gleich eingeladen, eine Wanderung zum kleinen Sonnstein zu machen. Angeblich eine mäßig schwere Bergwanderung (T2) zu einem der kleineren Gipfel am Traunsee im Salzkammergut.


Dich interessiert was ich an diesem Tag erlebt habe & ob diese Tour entwas für dich wäre?

Dann ließ gern weiter!


 
 

INHALT


Steckbrief

Der kleine Sonnstein

Vorbereitung

Wanderung

Fazit


 

STECKBRIEF


  • Länge: 1,8 km

  • Streckentyp: Gipfelbesteigung

  • Höhenunterschied: 488hm Aufstieg

  • Dauer: 1,5h

  • Ausgangsort: Parkplatz an der 145 südlich von Traunkirchen

  • Beschaffenheit: gut beschilderter Wanderweg, erster Anstieg über Stufen, kurz vor dem Gipfel Weg steil & ausgesetzt

  • Anforderungen: T2 mäßig


  • Tipp zur Wanderung: Für den Rückweg kann man entweder den selben Weg zurück ins Tal nehmen oder noch den großen Sonnstein erwandern. Es ist auch möglich in Richtung Ebensee abzusteigen.


  • TIPP in der Region: Im Sommer gibt es einige schöne Plätze rund um den Traunsee die zum Baden einladen. Auch ein Abstecher zum Steckerlfisch lohnen sich sehr. Den Abend in Gmunden ausklingen zu lassen lohnt vorallem, weil sich zum Sonnenuntergang eine wunderschöne Aussicht auf den See & den Traunstein ergibt. Außerdem gibt es viele nette Restaurants.


 

DER KLEINE SONNSTEIN


Der kleine Sonnstein ist einer der kleineren Gipfel rund um den Traunsee im österreichischen Salzkammergut, mit einer Höhe von 923 Meter.

Direkt nach dem Aufstieg, noch bevor man den eigentlichen Gipfel mit Hütte & Gipfelkreuz erreicht, hat man von hier oben eine sehr schöne Aussicht in Richtung Süden auf Ebensee.

Vom Gipfelkreuz aus ist dann die Aussicht in Richtung Norden spannend.


 

VORBEREITUNG


Es ist mein erstes Mal, das ich in Österreich wandern gehe. Im Grunde beinah das erste Mal das ich Österreich im Sommer besuche, denn als Kind verbrachten wir viele Sommer am Meer & nur die Winter in den Bergen. Diesen Sommer möchte ich das endlich einmal ändern & Österreich abseits der Städte im Sommer besuchen. Eine Freundin von mir kommt aus Oberösterreich & hat mich zu sich eingeladen. Nach einigen Monaten Homeoffice & Shutdown wegen der Pandemie fühle ich mich nicht besonders in Form & bin es wohl auch nicht, wie ich spätestens am nächsten, muskelkatergeplagten Tag feststellen muss. Aber als sie ganz begeistert erzählt wir müssten einen Ausflug in die Berge machen, möchte ich mich natürlich nicht wehren. Immerhin liebe ich die Berge & freue mich riesig auf einen Ausflug! Allerdings bin ich ein wenig skeptisch ob ich mit ihr werde mithalten können & bitte sie eine leichte Tour rauszusuchen. Wir durchforsten die Wanderkarten ihrer Eltern & bald stoßen wir auf diese Wanderung.


Die Beschreibung hört sich einfach an:

Von den Parkplätzen an der Straße über Stufen hinauf steigen, in Serpentinen durch den Wald den Hang hinauf bis zum Sattel wandern & dann einen relativ kurzen Bergweg bis zum Gipfel folgen.


Das hört sich doch durchaus machbar an, oder?


 

WANDERUNG




Wir finden einen Parkplatz an der Straße, lassen meinen kleinen Camper mit Aussicht auf den See stehen & machen uns auf den Weg zum Zugang. Die Stufen sind leicht zu finden & so kann es gleich losgehen. Relativ steil & immer wieder mit anderem Belag ausgestattet gewinnen wir schnell an Höhe. Der Pfad schlängelt sich durch einen dichten, grünen Wald. Der Blick zurück lässt hier & dort erahnen, das die Aussicht von oben spektakulär sein wird.



Als ich schon denke diese Stufen werden nie wieder enden, ist die letzte Stufe auch schon erreicht, der Wald öffnet sich zu einer Lichtung & wir folgen dem Pfad einen kurzen Augenblick über die sonnenbeschienene Wiese, bevor uns der tiefe Wald ein weiteres Mal verschluckt.


Kaum haben wir den Wald erreicht hören wir es auch schon rauschen. Irgendwo muss ein Flüsschen sein. Das Plätschern wird lauter & ich muss dringend herausfinden ob es hier irgendwo einen kleinen Wasserfall gibt. Ich liebe Wasserfälle! Wir biegen um die nächste Kurve, & da ist er auch schon. Ein süßer kleiner Wasserfall am Wegesrand!



Der Waldweg wird breiter & schmaler. Bald windet er sich in Serpentinen den Hang hinauf. Das Flüsschen hatten wir bereits seit einer Weile verlassen, als es wieder zu plätschern beginnt. Noch ein Flüßchen? Noch ein Wasserfall?

Der Weg führt schmal an der Hangkante entlang & wir müssen von dem einen Berghang zum nächsten wechseln. Am tiefsten Punkt sehen wir ihn, den nächsten Wasserfall. Dieser ist deutlich höher & steiler. Wir überqueren ihn am Fußende über eine kleine Brücke aus feuchten Bohlen & ich fühle mich schon fast wie im siebten Himmel. Gleich zwei kleine Wasserfälle auf einer Tour. Einfach herrlich!


Das letzte Stück durch den Wald hinauf zum Sattel wird wieder breiter, aber hier scheint der Weg einem Regenguss & darauffolgenden Erdrutsch zum Opfer gefallen zu sein. Der Weg ist teilweise steil, teilweise rutschig & ich freue mich jetzt schon auf den Abstieg. Wir werden sicher sehr vorsichtig Absteigen müssen.


Allzulang ist dieser Abschnitt nicht & plötzlich wird der Hang flach. Ein Schild zeigt nach rechts, ein anderes nach Links. Wir folgen dem linken Pfad & stehen vor einem schroffen Gelände. Der Wald endet & wir treten hinaus in die Sonne. Bereit den Gipfel zu erklimmen.



Fand ich den Weg bis hierhin zwar anstrengend, aber nicht besonders schwierig, stehe ich hier nun vor meiner ersten (kleinen) Herausforderung. Als der Weg vor einer Mini Felswand endet, weiß ich erst einmal gar nicht wohin mit mir & lasse lieber allen anderen den Vortritt. Ich beobachte Trailrunner die hinauf oder hinunter hopsen, als würden nur ein paar Steinchen ihren Weg kreuzen. Aber auch ein paar, eher unerfahren wirkende Wanderer tasten sich vorsichtig, den Weg suchend hinauf. Es dauert eine Weile aber irgendwann habe ich eine Idee wie ich hier hoch komme. Gerade rechtzeitig, denn mein Mut wollte schon versagen & beinah wäre ich gar nicht weiter gegangen. Beinah hätte ich hier einfach aufgegeben & wäre auf der nahen Bank einfach sitzen geblieben.


Eigentlich ist das Stück den kleinen Felsen hoch nicht besonders lang, gerade Mal ein paar Meter & dann stehe ich auch schon wieder auf einem Weg, der mich zum ersten Teil des Gipfels bringt.


Die Aussicht von hier oben ist richtig schön. Ich kann bis hinab nach Edersee schauen & den Flusslauf in den Traunsee münden sehen. Die flauschigen, weißen Wolken scheinen direkt neben mir durch die Luft zu gleiten & trotzdem ist die Sonne angenehm warm auf meiner Haut.


Über den Felsrücken geht es über eine kleine Holztreppe zum vorderen Teil des Gipfels & kurz danach findet man auch schon die Berghütte mit Bewirtung & das Gipfelkreuz.



 

FAZIT


Im Nachhinein würde ich nicht sagen wollen, das etwas an der eingangs erwähnten Beschreibung falsch ist. Nein, ich finde es ist eine durchaus treffende Beschreibung.

Das ich aber bereits nach dem allerersten Aufstieg über die Treppen eine erste Pause brauchte, war nicht so besonders Hilfreich. Insgesamt wäre der Weg bis zum Sattel anstrengend genug für diesen Tag gewesen, insbesondere für meine damalige, allgemeine Fitness. Vermutlich wäre es an diesem Punkt ratsam gewesen zumindest eine ordentliche Pause einzulegen um frisch gestärkt, den schwierigsten Teil der Wanderung in Angriff zu nehmen.


Insgesamt ist es eine schöne Wanderung, auf der man relativ schnell, relativ viele Höhenmeter zurück legt. Obwohl die Tour vergleichsweise einfach & sicher ist, zumindest im Verhältnis zu anderen Bergwanderungen, hat man hier ein richtiges Gipfelerlebnis & am Ende auch eine wundervolle Aussicht.


Blick zurück von Gmunden aus auf den Traunsee.

Links: Traunstein bei Sonnenuntergang | Rechts: Schloss Ort

Der kleine Sonnstein liegt auf der rechten Seeseite, vom Schloss aus ein Stück links zurück versetzt & sieht ein bischen wie ein Kamelrücken aus