Wandern am Niesen

Aktualisiert: 2. Apr.

Im Kanton Bern gibt es so einiges zu entdecken & der Niesen ist für mich definitiv eines der Highlights dieser Region. Die wunderschöne Steinpyramide ist weithin sichtbar & kann entweder über verschiedene Routen erwandert oder auch bequem mit der Standseilbahn erklommen werden.


Dich interessiert welche Wanderung ich ausprobiert habe & was ich hier erleben durfte? Dann bist du hier genau richtig! Komm, ich nehme dich mit in die Berge...


 

INHALT


Steckbrief

Wanderung


 
 

STECKBRIEF

Vom Gipfel Niesen-Kulm über Alp Oberniese zur Mittelstation Schwandegg


  • Länge: 4km

  • Streckentyp: Streckewanderung - Abstieg zur Mittelstation

  • Höhenunterschied: 770hm Abstieg

  • Dauer: 2h

  • Ausgangsort: Von Mülenen mit der Standseilbahn zum Gipgel Niesen Kulm

  • Beschafenheit: gut markierter Bergwanderweg, zunächst entlang des Grats, dann Abstieg über eher sanftes Gelände, teils schmale Wege

  • Anfordeung: T2 mäßig, Wanderschuhe empfehlenswert


  • Tipp zur Wanderung:

  • Du hast mehr Zeit & möchtest eine etwas anspruchsvollere Rundwanderung machen? Diese Wanderung kann zur Rundwanderung ausgeweitet werden. Dazu von der Talstation bis zur Mittelstation Schwandegg fahren, von dort aus den Gipfel über das steile, aber aussichtsreiche Gelände (Wanderweg Nr. 5) besteigen & über den sanfteren Pfad (Wanderweg Nr. 6) über die Alp Oberniese zurück zur Mittelstation absteigen. Die gesamte Rundtour ist 8km lang & zum 770hm Abstieg kommt natürlich noch einmal der 770hm Aufstieg dazu. Dauer etwa 4h.

  • Auf dem Gipfel gibt es ein Restaurant, mit wunderschöner Terrasse. Die Aussicht von hier oben lohnt sich sehr & läd zum verweilen ein.

  • Es gibt viele verschiedene Tickets für die Niesenbahn. Es lohnt sich vorher zu überlegen, was du genau machen möchtest, damit du das passende Ticket aussuchen kannst.


 

Vom Gipfel Niesen-Kulm über Alp Oberniese zur Mittelstation Schwandegg


Wir kommen gerade rechtzeitig. In ein paar Minuten fährt die nächste Bahn hinauf auf den Niesen. Also schnell ein Ticket kaufen & schon kann die Fahrt mit den zwei Standseilbahnen, den steilen Berg hinauf, beginnen.

Vielleicht wäre es sinnvoller gewesen hinauf zu laufen & hinab die Bahn zu nehmen, aber wir haben eigentlich nur noch ein paar Stunden zeit, wollen aber trotzdem den Ausflug hinauf zum Gipfel machen. Außerdem finde ich die Aussicht mit dieser Bahn zu fahren überaus verlockend. Immerhin verspricht die Bahnfahrt ja das halbe Vergnügen zu sein.


Am Preis kann es nicht liegen, dieses Vergnügen, denn eine Fahrt kostet für mich hin & zurück 59 CHF. Schon eher ein preisintensives Erlebnis, das sich aber dennoch lohnt, oder?

Fairerweise muss ich sagen, das ich an diesem Tag lieber das Wanderbilett für 48 CHF hätte kaufen sollen. Mit diesem Ticket hätte ich drei Stationen fahren können & eine Wandern. Welche fahrt man dabei auslässt ist frei wählbar.


Die Fahrtstrecke teilt sich in zwei Etappen. Von Mülenen im Tal geht es hinauf zur Mittelstation Schwandegg. Dort steigen wir in die nächste Bahn um, die uns zum Gipfel Niesen-Kulm bringt. Bei einer Gesamtlänge von 3.499 Meter bringen uns diese beiden Standseilbahnen in 30 Minuten auf eine Höhe von 2.336m & überwinden eine maximale Steigung von 68% im oberen Bereich. Eine wirklich beeindruckende Leistung!

Angesichts der Aussicht wird mir zwar kurz ein wenig mulmig & ich fürchte, das dieser Teil womöglich auch nicht zum Vergnügen beiträgt, aber nach einer kurzen Gewöhnung & Besinnung auf die Sicherheitseinrichtungen der Bahnen, kann ich diese wunderbar aufregende Fahrt in vollen Zügen genießen.



Oben angekommen empfängt uns ein kalter Wind. Wir sind vorbereitet, immerhin hatten wir ja einen Ausflug auf einen Gipfel über 2.000m geplant. Das hier oben schon ein wenig Schnee liegen könnte hatten wir zwar nicht direkt erwartet, sind aber auch darauf gut vorbereitet.

Wir erkunden den Gipfel & genießen die Aussicht hinab ins Tal. Das Wetter ist heute zwar nicht unbedingt schön, aber die Aussicht auf den unter uns schimmernden Thunersee ist dennoch beeindruckend.



Ein schmaler Pfad führt uns am Grat entlang zu einem weiteren Aussichtspunkt. Wir genießen die Aussicht, wollen aber noch nicht umkehren. Wir haben gerade so viel Spaß, das wir dem Weg einfach weiter folgen. In Serpentinen steigen wir den Hang hinab, dem Sattelpunkt entgegen. Wir quatschen, genießen die Aussicht & bevor wir uns versehen, haben wir Cheesbodi auch schon erreicht. Ein Blick den Hang hinauf, ein Blick auf die Karte, dann der Blick auf die Uhr verrät uns, das wir nicht mehr umzukehren brauchen.



Wir folgen dem Pfad nach links hinab zur Alp Oberniese. Der Weg wird langsam breiter, als wir weiter in Richtung Hochebene absteigen. Langsam wird es windstiller & wärmer, den Schnee haben wir bereits hinter uns gelassen & so entscheiden wir uns für eine Rast. An einem der Gebäude finden wir einen kleinen Käseladen zum selbst bedienen. Wir suchen uns ein Stück Käse aus, werfen das Geld in die Box & probieren ihn noch gleich während unserer Rast. Meine Güte ist der lecker!



Nach der kleinen Stärkung verlassen wir die Hochebene in Richtung Mittelstation. Der Weg wird wieder schmaler, der Berg noch einmal ein wenig steiler, doch wir laufen mehr oder weniger horizontal den Hang entlang. Kurz vor der Mittelstation nehmen wir die falsche Abzweigung, bemerken es aber ziemlich schnell & können unseren Weg nach Schwandegg fortsetzen.



Mittlerweile ist es schon recht spät & wir hoffen noch rechtzeitig an der Station anzukommen, um den Rest der Strecke hinab zu fahren, denn in weniger als 30min wird unser Parkticket ablaufen. Wir treten aus dem Wald, laufen zum Häuschen & halten vor der Tür an. Auf dem Schild an der Tür dann der Hinweis: Zustieg momentan nicht möglich!

Das haben wir beim besten Willen nicht kommen sehen. Wie sollen wir denn nun rechtzeitig zurück zum Parkplatz kommen? Wir rufen an der Talstation an & klagen unser Leid. Das wir die Zeit völlig falsch eingeschätzt hätten & das jetzt unser Parkticket abläuft. Ob sie wohl dem Parkplatzwärter bescheid geben könnten? Ob es wohl doch noch eine Möglichkeit gäbe von hier aus mitgenommen zu werden?

Die Dame am anderen Ende der Leitung beruhigt uns & meint, das wir uns um unser Parkticket sicher keine Sorgen zu machen brauchen. Sie wird versuchen den Bahnfahrer zu erreichen um herauszufinden ob bei der nächsten Fahrt noch zwei Plätze frei sein werden. Es ist uns ein wenig peinlich, aber wir freuen uns sehr, als uns der Fahrer der nächsten Bahn begrüßt & uns doch noch mit hinunter nimmt.


 
 

Warst du schon mal oben auf dem Niesen wandern? Wenn ja, welche Tour ist dein Favorit?