Auf zu den Hafnaberg Klippen!

Unsere erste Wanderung auf Island, hatten wir gar nicht auf dem Schirm.

Gerade noch fuhren wir mit unserem gemieteten Campervan an der Küste Reyjanes entlang, als wir einen Parkplatz mit einem Schild sahen & spontan anhielten.

Ich erinnere mich nicht mehr genau was auf dem Schild eigentlich stand, aber ich weiß noch das es uns zu der Idee animierte: "da vorne ist ein Weg. Los, lass uns schauen wo er hinführt!"


Ob so eine Aktion eine wirklich gute Idee ist, sei mal dahingestellt. Aber in diesem Fall war es kein Problem. Wir hatten den Rother Wanderführer, sowie ein GPS Gerät dabei & waren auch sonst gut ausgerüstet. Der Weg war zwar nicht im Wanderführer verzeichnet, aber dafür sehr gut zu erkennen. Darüber hinaus war es Mittags, der Wetterbericht sprach dafür das es trocken blieb & so stand einem spontanen Ausflug nichts im Wege. Wir stiegen in unsere Wanderstiefel & folgten dem Weg. Was wir am Ende finden würden, war uns nicht so ganz klar. Wie weit der Weg sein würde ebenfalls nicht.



Hafnaberg Klippen

Ein schmaler, sandiger Pfad führte uns durch ein Lavafeld. Eine Wegmarkierung brauchte es eigentlich nicht. Der Pfad war so deutlich zu sehen, es gab gar keinen Zweifel wo der Weg entlang führte. Dennoch fanden wir in sporadischen Abständen Steinhaufen am Wegesrand.


Aber wo führt er hin?

Vielleicht sehen wir ja etwas, wenn wir diesen kleinen Hügel noch hinaufsteigen!

Wir folgten dem Weg. Schritt für Schritt.

Der Weg, mal sandiger, mal steiniger, war im Grunde fast eintönig & schlängelte sich geruhsam durch die Lavalandschaft. Wir erklommen das Hügelchen - und sahen nichts.

Sollten wir weiter laufen? Wie lange waren wir eigentlich schon unterwegs?

Ein Blick auf die Uhr verriet: Seit einer Stunde.

Seit einer Stunde waren wir nun diesem Weg gefolgt.

Der Blick zurück zeigte den winzigen Parkplatz, mit Autos im Spielzeugformat.

Der Blick in die andere Richtung: Lavafeld.

Jetzt einfach umkehren ohne zu wissen wohin der Weg eigentlich führt? Nicht mit uns!

Wir waren so weit gekommen, jetzt wollten wir auch wissen wohin er uns führen würde.

Und mal ehrlich - wie weit kann es denn jetzt noch sein?


Wir folgten dem Pfad in eine Senke. Schritt für Schritt. Andere Mitwanderer hatten uns bereits verlassen. Die letzten hatten bei dem kleinen Hügel bereits umgedreht. Einsam liefen wir weiter. Das Rauschen der Straße, wich dem rauschen des Windes.

Schritt für Schritt ging es weiter. Das Rauschen bekam eine neue Dimension.

Langsam erkannten wir es: Wellenrauschen. Wir sollten bald da sein!

Das tosen wurde lauter, das Möwengekreisch schriller, wir hoben den Blick & da war es:

das Meer. Eingerahmt in Lavastrukturen lag das Meer direkt vor uns.

Wir standen am Meer. Genauer gesagt: hoch über dem Meer. Inmitten kreisender Möwen.

Wir tasteten uns langsam voran. Vorsichtig an der steilen Klippe.

Vor uns lag ein Paradies für Ornithologen. So viele Seevögel hatte ich noch nie auf so überschaubarem Raum erlebt. Die Klippen platzen fast vor lauter Vögeln.

Auch wenn dies nicht der Tag war, an dem wir Papageientaucher sehen sollten, war das Spektakel doch höchst beeindruckend.


Ob sich der Weg lohnt? Ich würde sagen, es kommt ganz darauf an.

Ich fand den schmalen, sandig, steinigen Pfad als Einstieg in die Welt der Wanderungen auf Island zwar nicht sonderlich abwechslungsreich, aber dafür durchaus lehrreich.

Das Ziel unserer Tour, die Hafnaberg Klippen, war wunderschön & ich wünschte ich hätte damals schon meine heutige Kameraausrüstung gehabt. Heute hätte ich dort sicher sehr viel Spaß! Auch ohne gute Kamera hat uns der Ausflug zu den Klippen viel Spaß gemacht.

Es ist ein wunderbarer Ort um das Meer & die Vögel zu beobachten. Außerdem läd der Platz förmlich zu einem Picknick hoch über dem Meer mit Blick über die wunderschönen Klippen ein. Aber wie bei jeder Wanderung die kein Rundweg ist gilt: ist man erst einmal angekommen, hat man noch immer die Hälfte der Strecke vor sich.

Also hieß es für uns bald: Auf gehts - Zurück zum Camper!



Steckbrief - Wanderung zu den Hafnaberg Klippen


  • Länge: hin & zurück ca 6km

  • Ausgangspunkt: Parkplatz an Nr. 425 Nesvegur

  • Markierung: Steinhaufen am Wegesrand

  • Beschaffenheit: sandig bis steinig

  • Anforderungen: Trittsicherheit


  • Tipp: Kamera mit Teleobjektiv & Picknick einpacken!



Hat dir meine Wandererinnerung gefallen oder hast du diese Tour sogar selbst auch schon einmal gemacht? Hinterlass mir doch gern eine Nachricht in den Kommentaren!

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