Von der Gantrischhütte über den Morgetepass

Aktualisiert: 12. Mai

Auf den ersten Blick ist der Gantrisch nicht unbedingt der schönste oder spektakulärste Gipfel im Berner Oberland. Die Landschaft um ihn herum wirkt im Grunde genommen nicht einmal besonders Alpin. Dafür lockt der Naturpark Gantrisch, der seinen Namen dem Gipfel in der gleichnamigen Gebirgskette verdankt, mit seinen blühenden Mooren & saftig grünen Alpwiesen.


 

INHALT


Steckbrief

Wanderung


 
 

STECKBRIEF


  • Länge: 4km

  • Streckentyp: Gipfelbesteigung

  • Höhenunterschied: 550hm Aufstieg

  • Dauer: 1,1h

  • Ausgangsort: Untere Gantrichhütte

  • Beschaffenheit:

  • Anforderung: T2 mäßig


  • Tipp zur Wanderung:

  • Für diese Tour bieten sich verschiedene Ausgangsorte an. Entweder die untere Gantrischhütte, der Parkplatz Rüschegg mitte oder die Haltestelle Wasserscheide.

  • Wenn du etwas mehr Zeit hast kann die Tour zu einer schönen Rundwanderung ausgebaut werden. Dazu kannst du dem Weg über den Morgetepass bis zum Schiebenspitz folgen & danach unterhalb des Gantrisch Gipfels die Hochebene queren um über den Leiternpass zur Alp Obernünenen wieder abzusteigen. Die gesamte Tour ist 9km lang.

  • Wenn du nicht viel Wandern möchtest ist ein Ausflug ans Gantrischseeli eine gute Wahl. Am Besten auch gleich an ein Picknick denken!


 

Von der unteren Gantrischhütte zum Schiebenspitz

Es ist Sonntag, & heute soll ich meine erste Wanderung im Gantrisch unternehmen. Eine Freundin, die hier gern & viel wandern geht, beschließt mir ihren Lieblingsplatz im Gantrisch zu zeigen & so gehen wir von der unteren Gantrischhütte, nach einem Abstecher zum Gantrischseeli, über den Morgetepass hinauf zum Schibenspitz, einem Gipfel unterhalb des Gantrisch Gipfels.

Wir werfen einen Blick auf die Karte, dann auf die Hinweisschilder & folgen dem breiten, gut ausgebauten Weg in Richtung Gantrischseeli. Das Wetter ist schön, die Sonne scheint, doch zu warm ist es heute auch wieder nicht.


Meine Freundin schaut nach links & sagt: "Schau, da laufen wir jetzt hoch! In etwa einer Stunden sind wir schon dort oben. Du wirst die Aussicht lieben!" Wie wir laufen da jetzt hoch? Das schaffen wir doch nie! Ich soll in knapp einer Stunde dort oben sein?! Echt jetzt? Ich kann es nicht so recht fassen & Sie lacht ob meines Blickes.


Wir folgen dem Pfad & nach einem kurzen Anstieg sehen wir ihn schon. Tiefschwarz liegt er unter uns, eingerahmt von dunkelgrünen Fichten. Aber wo geht es denn jetzt weiter? Sind wir hier eigentlich richtig? Sollten wir uns dem See nicht von der linken Seite aus nähern?

Ein Blick auf die Karte zeigt: Irgendwo haben wir unseren Wegweiser verpasst, & sind zu weit gelaufen. Glücklicherweise macht das aber nichts, & wir finden den Weg, der uns hinunter zum See bringt.

Nach unserem Abstecher zum See finden wir auf unseren Weg zurück, & folgen dem breiten Fahrweg hinauf zur Hochebene. Mit meinem nicht besonders leichten Kamerarucksack ist es zwar ein wenig anstrengend, aber schwer zu gehen ist es bisher wirklich nicht.


Auf der Hochebene angekommen, stehen wir direkt unter dem Gantrischgipfel. Imposant ragt er zu unserer Linken über uns auf. Vor uns liegt eine relativ große Senke, umgeben von Bergen, & ganz am Ende kann ich schon unseren Pfad hinauf zum Morgetepass ausmachen.

Der breite Fahrweg mündet schließlich am anderen Ende der Ebene in eine kleine ausgetretene Rinne, die sich langsam die Kesselwand hinauf schiebt. Hier begegnen uns erste steilere & ausgesetztere Passagen, aber alles in allem ist der Weg noch mäßig schwierig. Zumindest hinauf.

Schritt für Schritt kommen wir dem Grat näher, & erreichen den Pass zügiger, als ich gedacht hätte. Gerade stehe ich noch vor einer schattigen Felswand, als ich einen Schritt weiter gehe, & plötzlich in die Sonne hinein blinzle. Vor mir breitet sich eine steil abfallende, saftig grüne Wiese aus. Dahinter das wohl beeindruckendste Bergpanorama, das ich bis dahin je im Sommer sehen durfte.


Es ist derartig schön hier oben, dass ich hier & jetzt sofort eine Pause einlegen muss, um die vielen schönen Aussichten zu fotografieren. Ich komme aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus, & werde trotzdem bereits weiter getrieben. Immerhin ist das ja noch nicht unser Ziel.



Vom Morgetepass zieht ein Weg nach rechts in Richtung Gemsflue, ein weiterer führt den Grat hinauf, den wir von unten so gut gesehen haben, in Richtung Gantrisch Gipfel. Wir folgen dem Pfad am Grat entlang. Erst halbwegs eben, dann immer steiler werdend. Vor uns liegt bereits der nächste Gipfel. Er scheint schon zum Greifen nah, aber vorher müssen wir noch den steilen Hang hinauf. Mit einem etwas mulmigen Bauchgefühl setze ich einen Fuß vor den anderen. Ich bin unheimlich langsam, das merke ich selbst.

Völlig konzentriert setze ich einen Schritt nach dem nächsten & kurz darauf stehe ich auch schon auf einem kleinen Plateau. Einer kleinen Wiesenfläche oberhalb einer weiteren großen Senke, die bis zum Stockhorn zu reichen scheint. Die Aussicht ist überwältigend.


Hier oben machen wir eine weitere Pause, um die Aussicht zu genießen, bis es langsam Nachmittag wird. Wir planen, denselben Weg zurückzugehen den wir gekommen sind, & schicken uns an, den Abstieg bis hinunter in die Hochebene zu schaffen, bevor es auf der sonnenabgewandten Seite zu dunkel wird.


 

Ich hoffe dir hat meine Beschreibung der Tour gefallen! Warst du hier auch schon einmal wandern & hast du vielleicht noch Tipps die du gern mit uns teilen möchtest?