• Natalie

Unterwegs im Süden | Die Wasserfallrunde #5

Aktualisiert: 30. Juli 2021



Unsere Route


3 Tage - 615 km



Von Höfn starteten wir unsere Tour durch den Süden Islands.

Der erste Teil unserer Tour stand ganz im Zeichen des Gletschers.

Ob es die Gletscherzungen waren, die uns die Größe des Vatnajökull nur erahnen ließen,

die unzähligen Wasserfälle, die überall aus den Bergen hervorsprudelten oder die

großen Sanderflächen, die durch Gletscherläufe entstanden waren:

Der Gletscher war das alles beherrschende Thema.

Im Südwesten kamen wir dann dem Hochland nah & konnten die Hekla immerhin von der Straße aus bewundern. Wir besuchten schöne Wasserfälle, wandelten auf den Spuren der Njáls Saga & erkundeten ein Langhaus der Wikingerzeit.



Tag 12

Südlich des Vatnajökull

von Höfn nach Kirkjubæjarklaustur



Am nächsten Morgen konnten wir es gar nicht erwarten weiterzufahren. Immerhin wussten wir schon, dass Großartiges vor uns liegt! Ganz besondere Orte, auf die wir uns schon ewig gefreut hatten.


Unser erster Stopp: Der Gletschersee Jökulsárlón



Es ist wohl einer der bekanntesten Orte Islands & obwohl wir uns bemühten recht früh dort zu sein, waren wir natürlich bei weitem nicht die Ersten.

Das tat unserer Entdeckungsfreude keinen Abbruch. Auf dem Gelände rund um den See ist genug Platz um sich zu verteilen & den Eisbergen zuzuschauen.

Das Eis hat hier so viele verschiedene Farben. Jeder ist völlig anders.

Von verschiedensten Blautönen über weiß, grau & schwarz ist alles dabei.


Ganz besonders spannend fand ich allerdings die Robben, die sich mit dem Strom ins Meer treiben ließen, dann zurück schwammen, nur um sich erneut treiben zu lassen.


Die auf das Meer hinaustreibenden Eisblöcke & die von der Strömung zurück an den Strand gespülten Eisstücke auf dem schwarzen Strand auf der anderen Straßenseite sind auch unheimlich schön anzuschauen. Vor allem wenn am Morgen auch noch die Sonne scheint!



Kurz hinter Jökulsárlón liegt die Gletscherlagune Fjallsárlón.

Sie ist im Grunde ganz ähnlich & doch gänzlich verschieden.

Auch sie kann besucht werden. Auch sie ist super spannend!



Kurz bevor wir den Skaftafell National Park erreichten, kamen wir am Svínafellsjökull vorbei.

Von einem Parkplatz kann man sich hier einen Gletscher von nahem anschauen gehen.

Auch wenn ein Betreten des Gletschers natürlich nicht gestattet ist, fanden wir das Erlebnis doch beeindruckend.




Im Skaftafell Nationalpark...

gibt es viele, schöne Wege, die zu verschiedenen Wasserfällen führen.

Einer ist sicher der Bekannteste & auch der Eindruckvollste:


Der Svartifoss


Der Fluss Stórilækur stürzt vor einer halbrunden Wand aus gleichmäßig geformten Basaltstrukturen, die an Orgelpfeifen erinnern, 12 Meter in die Tiefe. Er sammelt sich in einem kleinen Becken, bevor er ins Vestragil abfließt. Im Flußverlauf folgen noch drei Wasserfälle: Magnúsarfoss, Hundafoss & Þjófafoss.


Der Nationalpark gleicht einer grünen Oase zwischen den Sanderflächen auf der einen & den Gletschern auf der anderen Seite. Das Gebiet ist dicht bewachsen, sogar bewaldet & beheimatet eine Vielzahl von Vogelarten.

Bereits im Mittelalter gab es hier Höfe, einige der Überreste kann mann heute noch erkennen. Außerdem war es ein bedeutender Thingplatz.

Nun ist es ein beliebtes Ausflugsziel, mit einem großem Campingplatz, Park- & Rastplätzen & sehr gut markierten Wanderwegen. Einige Wege sind präpariert, andere bestehen aus Holzstegen. Das Visitor Centre hält Karten des Parks bereit & auch ein Café gibt es natürlich.

Es werden auch geführte Gletschertouren angeboten.

Der Nationalpark eignet sich gut für einen Wochenendausflug & der Campingplatz ist sogar das ganze Jahr geöffnet.




Als Nächstes ging es für uns über die weiten Sanderflächen in Richtung Kirkjubæjarklaustur.



Kurz vor der längsten Brücke Islands gibt es auf der linken Seite einen Parkplatz.

Im ersten Augenblick könnte man den großen, wundervoll in sich verdrehten T-Träger

für eine Skulptur halten. Imposant steht er am Rand des Parkplatz & scheint in Richtung Süden zu blicken, die Schwingen weit ausgebreitet.

Auf einer Hinweistafel erfährt man allerdings, das dies ein Teil der alten Brücke war,

die im Gletscherlauf 1996 zerstört wurde.


Die neue Brücke ist in vielfacher Hinsicht ein wahres Erlebnis.

Nicht nur wegen ihrer Länge von 1000 Metern, der Aussicht auf den Gletscherfluss,

der sich in viele Arme auffächert oder die gigantisch weite Sanderfläche unter einem.

Sie ist vor allem eins: Einspurig!

Alle paar Meter gibt es Ausweichbuchten, um den Gegenverkehr passieren zu lassen.

Sie sind gerade breit genug, das zwei LKW aneinander vorbei passen.

Ein seltsames Gefühl auf einer so langen, einspurigen Brücke zu fahren. Auch das Rattern unseres Fahrzeug auf der metallenen Fahrbahn erhöhte die Spannung zusätzlich.



Wir legten noch zwei Weitere Stopps ein, die absolut sehenswert sind.


Der erste bei dem typischen Grassodenhof Núpsstaður aus dem 19. Jahrhundert.

Die süße, kleine, schwarze Kirche steht unter dem Schutz des Nationalmuseums & wurde sehr hübsch restauriert.

Hier lebten einst Wassermänner: erfahrene Führer die Reisende sicher durch die Gletscherflüsse geleitete & auch die Post bis nach Höfn transportierten.



Der Zweite war...


Dverghamrar


Die Zwergen Felsen, was der Name übersetzt bedeutet, sind zwei Felsen aus Basaltsäulen. Sie liegen direkt an der Ringstraße Nr. 1 & können von einem unscheinbaren Rastplatz über einen kleinen Weg erreicht & umrundet werden.

Läuft man über den Weg zwischen den Felsen hindurch in die Senke hinab, verstummen die Geräusche der Straße hinter einem. Statt dessen hört man den Wind um die Felsen pfeifen.

Die Straße scheint plötzlich weit weg zu sein. Ein wahrhaft magischer Ort.

In der Senke angekommen, lohnt sich ein Blick zurück. Eingerahmt von den beiden Felsen sieht man den Berg dahinter aufragen & in der Mitte den Wasserfall Foss a Sidu.





Unser Stellplatz für die Nacht

Wir verbringen die Nacht auf dem Campingplatz in Kirkjubæjarklaustur.

Im Grunde ein süßer Campingplatz mitten im Grünen.

Sanitäreinrichtungen waren vorhanden & das Duschen kostete auch hier extra.

Bis wir das bemerkten waren wir schon recht spät dran & mussten schleunigst zusehen das wir unser Geld gewechselt bekamen!



Tag 13

Unterwegs im Süden

von Kirkjubæjarklaustur nach Hvolsvöllur



Im Grunde könnte man die Sehenswürdigkeiten, die der kleine Ort Kirkjubæjarklaustur im Süden von Island zu bieten hat, auch mit einigen Stopps bei der Durchfahrt anschauen,